Führen durch Fragen

 

Im Beruf geht es immer wieder darum, neue Möglichkeiten und Lösungsansätze zu finden. Dabei kann es sich darum handeln, einen Konflikt im Team zu klären, das Verhalten eines Mitarbeiters besser zu verstehen oder ihm zu helfen, einer Problemlösung näher zu kommen.

Für das Gelingen ist es nützlich, Informationen drüber zu sammeln, was der einzelne Mitarbeiter über den Sachverhalt denkt oder die Situation zu wissen meint. Nutzen Sie die verschiedenen Frageformen aktiv in Ihrem Führungsalltag. Führung mit vielen Fragen fördert Selbstverantwortung und Selbstvertrauen der Mitarbeiter und ersetzt viele Anweisungen.

 

Führen durch Fragen

 

Konstruktive Fragen – Führen durch Fragen

Um die nötigen Informationen zu erhalten, bieten sich folgende Fragetechniken an:

  • Zirkuläre Fragen beziehen alle, die mit dem Umfeld des Problems in Zusammenhang stehen, mit ein, wie zum Beispiel Kollegen oder Kunden. „Wenn Ihr Kollege jetzt hier wäre, was würde er mi über die Konfliktsituation berichten?“
  • Die Ausnahmefragen erweitern den Fokus und geben Hinweis, wie die Lösung aussehen könnte. „Wann tritt das Problem nicht auf?“, „Was machen Sie anders, als wenn das Problem auftritt?“
  • Das Wort „immer“ stimmt bei einer Problembeschreibung nie! „In der Vergangenheit hatten Sie manchmal Probleme mit dem Kollegen. Wann traten die Probleme auf und wann nicht?“
  • Möglichkeitsfragen: „Angenommen, Sie würden dies ab sofort so machen, was würde das bewirken?“

 

Einen Neuen Bezugsrahmen schaffen – Führen durch Fragen

Für ein gutes Gespräch sollten Sie immer genügend Zeit einplanen. Schalten Sie Störfaktoren aus (Telefon, PC). Bereiten Sie sich mental auf das Gespräch vor: Was ist das für eine Person, die zu mir kommt? Kann ich ihr ohne Vorbehalte begegnen?

Wenn nein, welche sind das?

  • Gelingt es so, einen neuen Bezugsrahmen zu schaffen (Reframing), weitet sich der Tunnelblick, der den Betroffenen am Problem haften lässt.

Beispiel: „Dass Sie sich in dieser Situation an mich wenden, zeigt Ihr großes Verantwortungsbewusstsein, Ihre Offenheit und Ihr Engagement.“

  • Geht es um einen neuen Bezugsrahmen, stellt sich die Frage nach dem halb vollen oder halb leeren Glas. Hier ist eine ressourcenorientierte Haltung gefragt, die jeder lernen kann!
  • Eine spezielle Frage ist die Wunderfrage. Sie hilft, wenn scheinbar keine Lösung in Sicht ist, indem sie den Mitarbeiter auf neue Gedanken bringt und die Aufmerksamkeit in einen lösungsorientierten Suchprozess lenkt.

Beispiel: „Angenommen, Sie und Ihre Kollegen würden über Nacht alle Fähigkeiten bekommen, ideal zusammenzuarbeiten, wüssten es aber nicht. Woran würden es Ihre Kollegen zuerst merken?“

Führen durch Fragen ist eine elementare Technik bzw. Haltung im systemischen Denken

 

Fragen, die öffnen -Führen durch Fragen

Mit den konstruktiven W-Fragen (wann, wie, was, welche …) entsteht beim Mitarbeiter die Erfahrung, dass er selbst einen Beitrag zur Lösung der Fragestellung leisten kann.

  • „Wie haben Sie sich beim letzten Gespräch gefühlt?“
  • „Womit können es zusammenhänge, dass der Konflikt eskaliert ist?“
  • „Wie wurde mit der Situation umgegangen, als das Problem noch nicht bestand?“
  • Im Gegensatz zu: „Ich wüsste gerne, ob Sie sich schon Gedanken zu weiteren Schritten gemacht haben“, schließt die Frage „Welche Gedanken haben Sie sich gemacht?“ mit ein, dass der Mitarbeiter sich schon auf dem Lösungsweg befindet.

Die Sicht aus der Perspektive einer anderen Person hilft häufig auch bei einer scheinbar nicht zu lösenden Problemstellung. „Wen kennen Sie, der das Problem lösen könnte? Wie würde er das tun?“

 

„Landkarten“ und Grundannahmen -Führen durch Fragen

Die grundlegenden Informationen, die wir mit unserer Sichtweise erlangen, fassen wir in einer Art „Landkarte“ zusammen: Sie bildet ab, wie wir ganz individuell unsere Umgebung und die Dinge darin wahrnehmen. Und wir orientieren uns mit unserer Landkarte. Sie zeigt uns, woher wir kommen, wo wir stehen und wohn Wege führen (können).

Natürlich ist eine Landkarte immer nur ein Modell, ein Konstrukt – und immer nur eine ganz spezielle Möglichkeit, die Welt abzubilden.

  • Was wir als Bild der Welt in uns tragen, ist also lediglich eine Landkarte unserer persönlichen Sicht der Welt und daher für uns immer „richtig“.
  • Missverständnisse entstehen durch Unterschiede in den Landkarten.
  • Es gibt nicht „wahr und falsch“, sondern „in meiner Landkarte des anderen richtig“.
  • Je besser Sie Ihre eigene Wirklichkeitskonstruktion (Überzeugungen, Glaubenssätze oder Vorstellungen der Realität) kennen, desto eher ist es Ihnen möglich, sich auf die Sichtweise Ihrer Mitarbeiter einzulassen.

 

Chancen und Stolpersteine – Führen durch Fragen

  • Zirkuläre Fragen können sich durch das Einnehmen unterschiedlicher Perspektiven als systemöffnend erweisen und unterbrechen damit gewohnte Denkmuster. Zu viele zirkuläre Fragen können den Mitarbeiter allerdings überfordern. Besonders, wenn es ihm schwer fällt, sich in eine andere Person hineinzuversetzen.
  • Hypothetische Fragen wie die Wunderfrage oder die Frage „Angenommen, das Problem wäre gelöst, was würde Ihr bester Freund dazu sagen?“ eignen sich, um vom Problem weg und zur Lösung zu kommen. Wenn diese Frage zu früh eingesetzt werden oder wenn der Betroffene vermutet, dass Sie nur eine schnelle Lösung wollen, erreichen Sie eher den Gegeneffekt

 

Wollen Sie die Tür für Problemlösungen offen halten, empfiehlt es sich auf die Wörtchen „immer“ und „nie“ mit Differenzierungen zu reagieren. Lassen Sie Pausen im Gespräch zu. Sie helfen dem Gesprächspartner, bei sich zu bleiben.

 

Führung – Kommunikation – Teamentwicklung

Durch zielgerichtete Mitarbeitergespräche können Sie Motivation und Leistungsniveau steigern. Die Seminare Motivation – Kommunikation – Zeitmanagement und Zielvereinbarung und Mitarbeitergespräche helfen Ihnen ein souveränes Auftreten durch die richtige Argumentation und Entscheidungsstärke. Unsere Seminare Die 8 erfolgreichsten FührungstechnikenFühren mit SystemKonfliktmanagement: Lösungen für den Führungsalltag und Führen von Hochleistungsteams unterstützen Sie zudem dabei, die Herausforderungen im Führungsalltag selbstbewusst zu bewältigen und Feedbackgespräche und Leistungskontrolle als Führungsinstrument richtig einsetzten.

Darüber hinaus sind die Seminare Ziele setzen – Delegieren – MotivierenSouverän entscheiden – besser führen, Führung und Personalentwicklung,  Projektmanagement und Führen von Hochleistungsteams weitere Seminare, welche Ihnen in diesem Bereich ein ausführliches Update geben. Ebenfalls in den Seminaren Führen mit SystemFührung für ProjektleiterKonfliktmanagementFührungsstärke gezielt einsetzen oder auch Training Professionell Telefonieren für den Vertrieb haben Sie die Möglichkeit, Ihr Wissen aufzufrischen. Zusätzlich können Sie sich für den Zertifizierungskurs Kommunikation und Führung mit System eintragen.

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